Postersession 1

  • E. Bahlmann, H. van der Schalk, A. Dreher, D. Kivelitz, J. Starekova, M. Schmidt-Salzmann, K.H. Kuck
    P01 Cardiac arrest in a fitness trainer with apical Hypertrophic Cardiomyopathy associated with Cor triatriatum sinister.
    Intensivmedizin
    Background: We sought to report a case, not been described in the literature, of apical HCM with significant right ventricular involvement and associated Cor triariatum. Case report: We report on a 49 year old fitness trainer who was admitted to our hospital after out of hospital cardiac arrest. The patient had a witnessed collapse while climbing stairs in a fitness center. She was found to be pulseless and cardiopulmonary resuscitation was immediately started. Initial rhythm after arrival of emergency medical service after 9 minutes was ventricular fibrillation and the patient was defibrillated twice. Return of spontaneous circulation was achieved in 5 minutes. She was intubated for airway protection and was brought to the hospital. Coronary angiography could exclude coronary artery disease and an extensive hypertrophy of the apical segments was evident in left ventriculography. Therapeutic hypothermia was initiated. Transthoracic echocardiography confirmed the presence of apical HCM and significant right ventricular (RV) involvement. Left ventricular (LV) systolic function was normal but mild diastolic dysfunction was present. Maximum LV thickness was 33mm. RV function was normal. Left atrium was severely enlarged and divided into 2 chambers by a membrane. In addition also a right atrial enlargement was present. The patient demonstrated good neurological status and could be extubated two days later. Subsequent cardiac magnetic resonance imaging demonstrated concentric apical HCM with marked fibrosis of the anterior and septal wall (Figure). Cor triatriatum sinister was confirmed with pulmonary veins entering into the superior part of the left atrium. The patient underwent an implantable cardioverter defibrillator (ICD) placement for secondary prevention and was subsequently discharged. Discussion: Apical HCM is an uncommon variant of HCM1 and Cor triatriatum is described as a rare congenital cardiac defect either involving the left or right atrium2. There is limited data on the natural history of apical HCM and most studies report relatively favorable prognosis 3. Conclusion: Apical HCM with marked fibrosis, RV involvement and associated Cor triatriatum can be associated with adverse cardiovascular events. ICD therapy for primary prevention should be considered in subsets of patients with apical HCM and fibrosis. Figure. Cardiac MRT in 4-chamber view. 1. Sakamoto T. J Cardiol. 2001;37:161-178. 2. Brown J et al. Pediatric Cardiac Surgery. 2003:625-633. 3. Eriksson MJ et al. J Am Coll Cardiol 2002;39:638-645. Corresponding adress: PD Dr. med. Edda Bahlmann Asklepios Klinik St. Georg II. Med. Klinik Lohmühlenstrasse 5 20099 Hamburg Fax: 040-181885-4444 Tel: 040-181885-2305 E-mail: e.bahlmann@asklepios.com
  • K. Tscherny, W. Schreiber, C. Kienbacher, V. Fuhrmann, R. van Tulder, H. Herkner, D. Roth
    P02 Frühzeitige Identifikation von PatientInnen mit einem sehr geringen Risiko für ein Akutes Koronarsyndrom mittels Triage-Informationen und EKG
    Notfallmedizin
    FRAGESTELLUNG: Aktuell gibt es eine Vielzahl an Algorithmen zum Ausschluss eines Akuten Koronarsyndroms (ACS). Diese beinhalten in der Regel als entscheidenden Parameter laborchemischeResultate (Troponin, CK & CK-MB). Viele der PatientInnen, welche eine notfallmedizinische Einrichtung aufsuchen, haben jedoch ein sehr geringes Vortestrisiko. Mit stetiger Steigerung des Patientenaufkommens kommt es unweigerlich zu einer wachsenden Zahl an Labor-Untersuchungen, welche mit einer Steigerung der Kosten für das Gesundheitssystem einher gehen (beispielsweise kostet eine Troponin T-Bestimmung 34,31€). Die im Rahmen der Erstbegutachtung („Triage“) an vielen notfallmedizinischen Einrichtungenerfassten Daten bieten gemeinsam mit dem EKG beinahe alle Informationen, um Risikoscores wie beispielsweise den GRACE-Score berechnen zu können.Die vorliegende Arbeit soll daher untersuchen, ob Patienten mit einem sehr niedrigen Risiko für ACS bereits an der Triage identifiziert werden können, um nachfolgende laborchemische Tests zu minimieren. METHODEN: Es wurden alle PatientInnen, dieim Zeitraum von einem Jahr die Universitätsklinik für Notfallmedizin mit dem Leitsymptom Thoraxschmerz aufgesucht haben, inkludiert. Fälle, in denen bereits durch den Rettungsdienst die Diagnose eines ACS gestellt wurde, sowie Sekundärtransporte aus anderen Krankenhäusern wurden ausgeschlossen. Erfasst wurden alle an der Triage erhobenen Daten samt EKG, aus diesen wurde der Mini-GRACE-Score (ohne Laborparameter) errechnet. Die Daten wurden mit dem ACS-Register aus dem gleichen Zeitraum abgeglichen und die statistischen Gütekriterien der Klassifikation berechnet. ERGEBNISSE:Im Untersuchungszeitraum suchten 2.755 Patienten (1.199 (43,5%) weiblich; Alter 44 ± 17 Jahre) mit dem Leitsymptom Thoraxschmerz selbstständig unsere Ambulanz auf, bei 103 wurde ein Akuter Myokardinfarkt diagnostiziert (45 (44%) STEMI). Insgesamt 2.562 (93%) hatten einen GRACE-Score<108 und ein unauffälliges EKG, 4(0,2%) davon einen Myokardinfarkt. Dies ergibt eine Sensitivität von 96,1%, Spezifizität 96,5%, positiver prädiktiver Wert 51,3%, negativer prädiktiver Wert 99,8%. SCHLUSSFOLGERUNGEN: PatientInnen mit einem sehr niedrigen Risiko für ACS können bereits an Hand der Triageinformationen (inkl. EKG) mit hoher Sicherheit identifiziert werden. Die oft routinemäßig durchgeführten kardialen biochemischen Marker wären in vielen Fällen vermeidbar.Dies würde zu einer deutlichen Kostenreduktion im Klinikalltag führen.
  • C. Kienbacher, V. Fuhrmann, R. van Tulder, W. Schreiber, H. Herkner, A. N. Laggner, D. Roth
    P03 Troponin T-Messungen an einer Notfallambulanz vor und nach Umsetzung der neuen ESC-Richtlinien
    Notfallmedizin
    FRAGESTELLUNG: Thoraxschmerz ist ein häufiges Beschwerdebild an Notaufnahmen. Im Zuge der Aufarbeitung liegt ein Schwerpunkt auf rascher Diagnostik eines Akuten Coronarsyndroms (ACS) als zugrundeliegende, potentiell lebensbedrohliche Erkrankung. Gleichzeitig soll die Zahl der wartenden PatientInnen durch raschen Ausschluss eines ACS minimiert werden. Die rezentesten Guidelines der ESC (European Society of Cardiology)-Richtlinien sehen in Zusammenschau mit Klinik und EKG insbesondere den Einsatz hochsensitiver Troponintests vor. Zusätzlich zur absoluten Höhe ist hierbei auch die Dynamik im Verlauf entscheidend. Basierend auf diesen Guidelines adaptierte das Zentrallabor des AKH im Oktober 2015 seine Normwerte (ehemals <30ng/l, nun <15ng/l). Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen dieser Änderung bezüglich der an der Klinik für Notfallmedizin durchgeführten Tests zu untersuchen. METHODEN: Alle an der Klinik für Notfallmedizin in den 3 Monaten vor (Juli-September 2015) und nach (Oktober-Dezember 2015) der Umstellung durchgeführten Troponin-Tests wurden erhoben. Wiederholte Kontrollen jeweils eines Patienten innerhalb weniger Stunden („serielle“ Kontrolle) wurden ebenfalls erfasst. Die Häufigkeit von sofort negativen, sofort positiven, seriell negativen und seriell positiven Untersuchungen wurde erfasst und verglichen. ERGEBNISSE: Insgesamt wurden im Studienzeitraum 5.448 BrustschmerzpatientInnen betreut (3.451 vor Umstellung, 1.997 nach Umstellung; 2.370 (43,5%) weiblich, Alter 55 (+/- 19) Jahre). Die Häufigkeit der sofort negativen Resultate (sofortiger ACS-Ausschluss) sank im Zuge der Umstellung von 68,0% (2.348 PatientInnen) auf 59,8% (1195 PatientInnen). Die Zahl der seriellen Kontrollen stieg signifikant (p<0,01) von 21,5% (743 PatientInnen) auf 24,7% (494 PatientInnen), während die Anzahl der seriell positiv getesteten PatientInnen von 9,3% (320 PatientInnen) auf 8,7% (174 PatientInnen) zurückging. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Umsetzung der neuen ESC-Richtlinien führte zusammenfassend zu einer vermehrten Anzahl „serieller“ Kontrollen, wobei dies großteils durch einen Anstieg der schließlich negativ ausfallenden Kontrolluntersuchungen bewirkt war.
  • R. Laggner, T. Wrba, C. Gabler, A. N. Laggner, D. Roth
    P04 Der Stellenwert der Troponinbestimmung in der Notfallaufnahme - Eine retrospektive Datenanalyse
    Notfallmedizin
    FRAGESTELLUNG: Die Troponinbestimmung dient in der Notfallmedizin gemeinsam mit dem EKG zur Diagnose eines akuten Koronarsyndroms (ACS)und ist ein entscheidender Parameter für oder gegen weitere invasive Diagnostik und gegebenenfalls Koronarintervention. Neben dem ACS gibt es jedoch noch eine Reihe anderer Ursachen für eine Erhöhung des Troponins. Ziel der Studie war es, Häufigkeit, Ergebnisse und Konsequenzen der Troponinbestimmungen an einer notfallmedizinischen Einrichtung zu erheben. METHODEN: Von allen Patienten, bei denen im April 2016 eine Troponin T-Bestimmung durchgeführt wurde, wurden Ergebnisse von Labor, Herzkatheter und Coronar CT retrospektiv analysiert. Als Troponinerhöhung wurde ein Troponin T-Wert>14ng/l gewertet. Als ACS werteten wir Patienten mit angiographisch verifizierter totaler oder subtotaler Koronarokklusion. Erhöhte Troponinwerte wurde entweder einem ACS (ACS TNT+) oder anderen Ursachen (non ACS TNT+) zugeordnet. ERGEBNISSE: Im April 2016 wurden an der Universitätsklinik für Notfallmedizin bei 1.073 Patienten 1.627 Troponinbestimmungen durchgeführt (1,52 Troponinbestimmungen pro Patient). Bei 354 (33%) Patienten wurden erhöhte Troponinwerte festgestellt Bei nur 60 Patienten (5,6% der Gesamtpopulation; 17% der Troponin-Positiven) aus dieser Gruppe war als Ursache für die Troponinerhöhung ein akutes Koronarsyndrom (ACS TNT+) nachweisbar. Bei den übrigen 294 Patienten (83%) waren andere Ursachen für die Troponinerhöhung (non ACS TNT+) verantwortlich. Die Höhe der Troponinwerte unterschied sich zwischen ACS TNT+ (max. Troponin im Median 1375ng/l (IQR 375-3950)) und non ACS TNT+ (34 ng/l (22-65)) deutlich (p<0.01). Alle ACS TNT+ Patienten wurden angiographisch abgeklärt, 52 erhielten eine perkutane Koronarintervention, 3 eine akute Bypassoperation. Von den non ACS TNT+ Patienten wurden 27 angiographisch abgeklärt. Als häufigste Ursachen für non ACS TNT+ fanden sich hypertone Krisen (n=107; 36%), Herzrhythmusstörungen (n=91; 31%) und chronische Nierensuffizienz (n=78; 27%). KONKLUSION: Die Troponinbestimmung in der Notfallaufnahme dient in 2/3 der Fälle zum Ausschluss eines ACS. Bei Patienten mit erhöhten Troponinwerten liegt nur in 1/6 der Fälle ein ACS vor. Patienten mit ACS weisen signifikant höhere Troponinwerte auf als Patienten mit Troponinerhöhung aus anderer Ursache.
  • M. Mazelka, A. Slagman, M. Möckel, J. Searle, E. Giannitsis, M. Müller-Hennessen
    P05 Die 99. Perzentile von hochsensitivem Troponin T in einer gesunden Referenzpopulation
    Notfallmedizin
    Zielsetzung: Die aktuellen Leitlinien zum akuten Myokardinfarkt sprechen den hochsensitiven Troponinen eine zentrale Bedeutung in der Diagnostik zu. Dabei bildet die 99. Perzentile den zur Zeit empfohlenen Referenzwert. Dieser ist abhängig von Assay und Studienpopulation. Diese Studie soll anhand einer gesunden Referenzpopulation in Deutschland die 99. Perzentile für hochsensitives Troponin T validieren und Einflussfaktoren darauf identifizieren. Methode: Es wurden gesunde Probanden (n=564) in den beiden Studienzentren am Universitätsklinikum Heidelberg (n=264) und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (n=300) aufgenommen. Probanden mit kardialen, renalen oder metabolischen Erkrankungen wurden nicht in die Studie eingeschlossen. Das hochsensitive Troponin T wurde mit dem „Cobas Analytical System“ (Roche Diagnostics) gemessen. Die vom Hersteller angegebene 99. Perzentile liegt bei 14ng/L. Für die Gesamtpopulation und verschiedene Subgruppen wurden die 99. Perzentilen und ihre 95%-Konfidenzintervalle berechnet. Ergebnisse und Diskussion: Der Anteil von Männern (50,2%) und Frauen (49,8%) in der Studienpopulation ist annährend gleich. Der Altersmedian liegt bei 44 Jahren (IQR: 35-52). Die Werte von 35,6% der Probanden liegen unter dem Limit of Blank (3ng/L) und von 70,2% der Probanden unter dem Limit of Detection (5ng/L). Die 99. Perzentile der Gesamtpopulation liegt bei 12,53ng/L. Innerhalb der Subgruppen nach Geschlecht, Alter und BMI gab es keine signifikanten Unterschiede in der 99. Perzentile, obwohl für Frauen und übergewichtige Personen niedrigere Werte gemessen wurden. Die Definition der gesunden Referenzpopulation und die empfohlene Anzahl an Probanden für eine Studie zur Festlegung der 99. Perzentile und ob eventuell ein niedrigerer Cutoff besser wäre, werden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft nach wie vor diskutiert. Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse bestätigen im Wesentlichen die aktuell verwendete 99. Perzentile und den Einfluss des Geschlechts und des BMI auf hochsensitive Troponin-Werte. Die breiten Konfidenzintervalle zeigen, dass es beim hochsensitiven Troponin einen großen Graubereich an der Entscheidungsgrenze gibt.
  • N. Buchtele, A. Schober, B. Jilma, F. Sterz, M. Schwameis
    P06 Additional value of d-dimer and disseminated intravascular coagulation score in predicting outcome after out of hospital cardiac arrest
    Notfallmedizin
    Background. Chances of survival in out of hospital cardiac arrest (OHCA) patients decrease with increasing duration of hypoperfusion. The pathophysiological changes along with hypoperfusion appear comparable to those in severe sepsis leading to post-resuscitation coagulopathy (1). The occurrence of overt disseminated intravascular coagulation (DIC) is associated with poor outcomes and high mortality risk in various medical conditions (2). Similarly, the occurrence of DIC in cardiac arrest patients seems to be associated with an unfavorable prognosis (3). Therefore we aimed to determine the prevalence of overt DIC, its association with outcome, and the predictive value of d-dimer in an Austrian collective of OHCA patients. Methods. All patients with available coagulation parameters from 2006-2014 were extracted from a prospectively compiled OHCA registry. Primary outcome was the prevalence of overt DIC. Binominal logistic regression analysis was applied to ascertain predictors of overt DIC, 30-day mortality and neurologic outcome. The discrimination of the fitted logistic models was assessed using the area under the receiver-operating-characteristic (ROC) curve. Results. 410 patients with OHCA were included in the analysis. The rate of overt DIC was 10% (95%CI, 7-13; n=39) overall and 7% (95%CI, 5-10; n=30) in the sustained ROSC subgroup. The odds ratio for 30-day mortality (46%, 95%CI 41-51; n=188) increased with the DIC score and was 9.6 (95%CI, 3.7-25) in patients with overt DIC on admission (n=39). The regression model including d-dimer, lactate levels, no-flow interval and initial rhythm best predicted 30-day mortality (R2= 0.58); the area under the ROC curve increased from 0.78 (95%CI, 0.73-0.85) to 0.90 (95%CI, 0.85-0.94; p=0.009) including d-dimer. Discussion. The current study identified increasing no-flow intervals, a non-shockable initial heart rhythm and elevated lactate levels as the main predictors of overt DIC patterns in OHCA. The inclusion of d-dimer levels into a prediction model, however, improved its accuracy, and d-dimer levels may serve as an additional, independent surrogate parameter to assess outcome in OHCA. Conclusion. Overt DIC in OHCA patients remains a rare condition, but however is a strong predictor for poor prognosis. Furthermore, using additional D-Dimer in a regression model might be helpful in predicting outcome after OHCA. References. 1. Adrie C, Laurent I, Monchi M, Cariou A, Dhainaou JF, Spaulding C. Postresuscitation disease after cardiac arrest: a sepsis-like syndrome? Current opinion in critical care 2004; 10(3): 208-12. 2. Levi M. Disseminated intravascular coagulation. Crit Care Med 2007; 35(9): 2191-5. 3. Kim J, Kim K, Lee JH, et al. Prognostic implication of initial coagulopathy in out-of-hospital cardiac arrest. Resuscitation 2013; 84(1): 48-53. Acknowledgement. This work was supported by a grant from the Austrian Science Fund (SFB-54 grant: project number APF05404FW - Special Research Program: Cellular Mediators Linking Inflammation and Thrombosis, Medical University of Vienna). Corresponding author. Dr. Michael Schwameis Medizinische Universität Wien, AKH Wien Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien Michael.schwameis@meduniwien.ac.at
  • E. Lobmeyr, F. Sterz, W. Schreiber, M. Poppe, P. Sulzgruber, H. Herkner, D. Roth
    P07 Geschlechtsspezifische Unterschiede der Überlebensqualität nach präklinischem Herzkreislaufstillstand in Wien
    Notfallmedizin
    FRAGESTELLUNG: Der präklinische Herzkreislaufstillstand ist weiterhin eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt, 70% haben kardiovaskuläre Ursachen. Rezente Studien implizieren signifikante Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten: Männer überleben öfter, Frauen scheinen aber ein besseres neurologisches Outcome zu haben. Diese Diskrepanz konnte bisher nicht erklärt werden. Wir verglichen und analysierten daher Faktoren, die potenziell das neurologische Outcome beeinflussen, und verglichen diese zwischen den Geschlechtern. METHODEN: Zwischen dem 1. September 2013 und dem 31. August 2015 haben wir Daten von allen Patienten gesammelt, die aufgrund eines präklinischen, kardial bedingten Herzkreislaufstillstandes an der Universitätsklinik für Notfallmedizin behandelt wurden. Die Daten bestanden aus detaillierten Informationen rund um den Herzkreislaufstillstand, erfasst nach Utstein-Kriterien, klinischen Daten, medizinischer Vorgeschichte, diagnostischen Ergebnisse und Therapie. Zur Analyse benutzen wir ein Regressionsmodell um die Faktoren die mit einem guten neurologischen Outcome assoziiert sind zu vergleichen, sowie deren Auswirkungen zwischen den Geschlechtergruppen. ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 169 PatientInnen (32 (19%) weiblich; Alter 60±11 Jahre) eingeschlossen. Unsere Daten bestätigten sowohl den Trend zu einer höheren Überlebensrate bei Männern (53% vs. 47% überleben 30 Tage) als auch die Tatsache, dass sich dieser nicht im neurologischen Outcome widerspiegelte (41% vs. 41% überleben 30 Tage mit gutem neurologischem Outcome). Trotz der häufigeren Anwesenheit von Zeugen zur Zeit des Herzkreislaufstillstandes bei Frauen (68% vs 88%; p <0,01) fanden sich keine Unterschiede in der Häufigkeit von Laienreanimation (66% vs. 63%; ns), jedoch kam es bei Frauen deutlich seltener zum Einsatz von Automatischen Externen Defibrillatoren (21% vs 3%; p: 0,04). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die größere Häufigkeit beobachteter Kreislaufstillstände bei Frauen, und damit insgesamt eine beschleunigte Rettungskette, ist eine mögliche Erklärung für deren relativ gesehen bessere neurologische Outcome. Weitere Analysen sind notwendig, um den potentiellen Einfluss vor Begleiterkrankungen auf das unterschiedliche Outcome der Geschlechter zu untersuchen.
  • M. Poppe M., E. Lobmeyr, F. Sterz, C. Weiser
    P08 Eine höherfrequente "Pulslose Elektrische Aktivität" führt zu besseren Überlebenschancen nach Herzkreislaufstillstand außerhalb des Krankenhauses
    Notfallmedizin
    Einführung: Die "pulslose elektrische Aktivität" (PEA) als Erstrhythmus bei Herzkreislaufstillstand wird in den Reanimationsguidelines in der Gruppe der nicht schockbaren Gruppe geführt und wird mit schlechter Überlebenswahrscheinlichkeit assoziiert. Wir hypothesieren, dass es in der Gruppe der PEA deutliche Unterschiede im Überleben gibt und diese von der initialen Frequenz der PEA abhängig sind. Methoden: Für diese retrospektive Beobachtungsstudie wurden die Daten von Reanimationen aus den Monitoreinheiten der Wiener Rettungsdienste aus dem Zeitraum von 04/2014 bis 08/2015 ausgewertet. Die aufgezeichneten Daten wurde mit Hilfe der CODE-STAT™ 9.0 Software auf den Erstrhythmus hin analysiert und bei vorliegender PEA die initiale Frequenz untersucht. Die epidemiologischen Daten wurden anhand von übergebenen Einsatzprotokollen erfasst. Die Daten wurden mit PASW 22.0 (IBM SPSS, USA) statistisch ausgewertet. Die kategorischen Daten wurden mit dem Fisher-Test und die diskreten Daten mit einer einfaktoriellen Varianzanalyse untersucht. Ergebnisse: Von 1593 präklinisch aufgezeichneten Daten bei Herzkreislaufstillstand konnte bei 427 Patienten eine PEA als Erstrhythmus festgestellt werden. Davon wurden 28 Patienten aufgrund laufender Schrittmachertherapie und 87 Patienten aufgrund unzureichender Datenqualität ausgeschlossen. Die übrigen 312 Patienten wurden in drei Gruppen anhand der ermittelten PEA-Frequenz (<30/min,31-50/min,>50/min) eingeteilt. Die Patienten in der Gruppe mit den höchsten Frequenzen zeigten signifikant höhere Raten an erzieltem Spontankreislauf (sROSC) (p=0.001), 30-Tages-Überleben (p=0.001) sowie gutem neurologischen Zustand (cerebral performace category 1/2) (p=0.001). Diskussion: In dieser Studie konnte erstmals ein Zusammenhang zwischen der initialen PEA-Frequenz und höheren Überlebenschancen nach Herzstillstand aufgezeigt werden. Dieser Umstand könnte einerseits mit der, bereits als vorteilhaft bekannten, häufigeren Konversion zu einem schockbaren Rhythmus in hohen Frequenzen zugrunde liegen oder als Zeichen besserer Reanimationsbedingungen (jüngeres Alter, höhere Rate an beobachteten Events oder kürzere Reanimationsdauer) auftreten.Die Abnahme der Raten an wiedererlangtem Kreislauf mit sinkender PEA-Frequenz könnte als Zeichen für eine voranschreitende Degeneration des elektrischen Potentiales am Herzen und damit in Zusammenschau mit anderen Faktoren als prognostischer Faktor in der Reanimation gesehen werden. Conclusio: Patienten die sich initial mit einer hochfrequenten PEA präsentieren zeigen eine höhere Überlebenschance als Patienten mit langsamer PEA. Diese Erkenntnis könnte als kurzfristig einsetzbarer prognostischer Faktor im Rahmen der Reanimation vor Ort dienen. Weitere Untersuchungen mit größeren Studienpopulationen sollten zu diesem Thema durchgeführt werden. Korrespondenz: Dr.med. Christoph Weiser Universitätsklinik für Notfallmedizin Medizinische Universität Wien Währinger Gürtel 18-20/6D, 1090 Wien, Austria; christoph.weiser@meduniwien.ac.at
  • C. Clodi, A. Spiel, F. Sterz, I. Schwarzinger, C. Weiser
    P09 Neutrophile-Lymphozyten-Ratio bei Patienten nach präklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand
    Notfallmedizin
    Einleitung: Die globale Ischämie bei Herz-Kreislauf-Stillstand (HKS) und Reperfusion bei Return of spontaneous circulation (ROSC) hat ein Sepsis-ähnliches Post-Reanimations-Syndrom zur Folge. Die Neutrophilen-Lymphozyten-Ratio (NLR) ist ein Marker für systemische Inflammation. Unsere Hypothese war, dass bei Patienten nach erfolgreicher Wiederbelebung die NLR zum Zeitpunkt der Krankenhausaufnahme mit der Mortalität in Zusammenhang steht. Methoden: In diese retrospektiven Kohortenstudie wurden 1188 Patienten nach primär überlebten HKS mit vermuteter kardialer Genese aus dem Zeitraum 2005 bis 2014 eingeschlossen. Sie wurden auf Basis der NLR bei Aufnahme in drei Gruppen eingeteilt (NLR < 6, NLR  6 und „abnormes Differentialblutbild“ = durch die Maschine registrierte Überschreitung von Parameterlimits). Als primäres Outcome wurde die Langzeit-Mortalität gewählt. Es wurde eine multivariable Analyse mittels Cox-Regression durchgeführt. Resultate: Es konnten von 2273 Patienten 1188(52%), 274(23%) Frauen, medianes Alter 64 Jahre (IQR25;75: 52;72) in die Analyse eingeschlossen werden. Verglichen mit einer NLR <6 (n=442), war die adjustierte Hazard Ratio für Langzeitmortalität signifikant höher bei Patienten mit einer NLR≥6 (n=447; 1.52 (95%CI 1.03-2.24)) wie auch bei Patienten mit einem abnormen Differentialblutbild (n=299; 3.16 (95%CI 2.02-4.97)). Es zeigte sich keine Interaktion mit den post-exposure Variablen PCI und Hypothermie (Likelyhood-ratio Test >0.05 für beide). Die mittlere Überlebenszeit (IQR) während der Follow-Up Zeit war für alle Patienten 418 Tage (12 bis 1638), bei Patienten mit einer NLR<6 999 Tage (213 bis 1942), NLR≥6 411 Tage (19 bis 1668) und bei Patienten mit einem abnormen Differentialblutbild 6 Tage (1 to 368). Schlussfolgerung: In dieser großen retrospektiven Kohortenanalyse von Patienten mit präklinischem Herzkreislaufstillstand kardialer Ursache, war eine NLR ≥ 6 oder ein abnormes Differentialblutbild bei Aufnahme verglichen mit einer NLR < 6 unabhängig mit Mortalität assoziiert. Graphik 1 - Kaplan Meier Kurve
  • C. Schriefl, D. Dziekan, H. Herkner, F. Sterz, C. Weiser
    P10 Troponin-T hat keine diagnostische Aussage bei Patienten nach Reanimation ohne ST-Hebungsinfarkt betreffend einer vorhandenen Koronarläsion
    Notfallmedizin
    Fragestellung: Es ist ungeklärt, ob komatöse Patienten nach erfolgreicher Wiederbelebung ohne ST-Hebungs-EKG einer sofortigen Koronarangiographie zugeführt werden sollen. Ziel der Arbeit ist die Korrelation zwischen dem derzeit sensitivsten Biomarker Troponin-T bei Aufnahme und dem Ergebnis der Koronarangiographie. Methode: Alle Patienten mit vermuteter kardialer Genese aus dem Zeitraum 1. Jänner 2005 - 31. Dezember 2014 aus der Reanimationsdatenbank der Universitätsklinik für Notfallmedizin (Medizinische Universität Wien) wurden retrospektiv analysiert. Aufnahme-EKGs wurden nach ST-Hebungskriterien klassifiziert (ja/nein) und die Koronarangiographieergebnisse (interventionspflichtige Läsion ja/nein) mit dem Aufnahme-Troponin-T korreliert. Ergebnisse: (n(%); median±Standardabweichung): Ein ST-Hebungsinfarkt konnte bei 667 (55%) von 1203 Patienten ausgeschlossen werden. Bei 347 Patienten (60±13 Jahre; 18% weiblich) wurde eine Koronarangiographie mit dem Aufnahme-Troponin-T korreliert. Eine Koronarläsion wurde bei 208 (60%) Patienten festgestellt, welche bei 140 (67%) Patienten interveniert wurde. Bei Patienten mit einer Koronarläsion zeigte sich ein Aufnahme-Troponin-T von 0.246 (±0.641) gegenüber 0.167 (±0.485) ohne Koronarläsion (p=0.057), mit einer durchgeführten PCI 0.277 (±0.689) gegenüber 0.173 (±0.497) ohne PCI (p=0.003). Die Ergebnisse der Receiver-Operating-Characteristic-Kurven sind in Abbildung 1 dargestellt. Konklusion: Aufnahme-Troponin-T konnte in dieser Kohorte keinen entscheidenden diagnostischen Hinweis auf Vorliegen einer Koronarläsion bzw. intervenierbare Läsion bei Patienten ohne ST-Hebungsinfarkt liefern. Weiters konnte gezeigt werden, dass bei 60% der untersuchten Patienten ohne ST-Hebungsinfarkt eine Koronarläsion vorliegt. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer frühzeitigen Koronarangiographie aller Patienten bei vermuteter kardialer Genese nach Wiederbelebung. Korrespondenzadresse: Dr. Christoph Weiser Medizinische Universität Wien Universitätsklinik für Notfallmedizin Währinger Gürtel 18-20/6D, 1090 Wien chirstoph.weiser@meduniwien.ac.at