Postersession 3

  • G. de Heer, C. Burdelski, E. Backer, S. Kluge
    P21 Enterale Ernährung in Bauchlage bei Patienten mit ARDS
    Intensivmedizin
    Hintergrund: Das ARDS (Acute Respiratory Disstress Syndrome) ist ein herausforderndes Krankheitsbild mit hoher Letalität. Neben der intensivmedizinischen Standardtherapie wie lungenprotektive Beatmung, maximale antiinfektive Therapie, zielgerichtetes Volumenmanagement etc. hat auch die regelmäßige Bauchlagerung („prone positioning“) der Patienten Einzug in das Behandlungskonzept gehalten. Enterale Ernährung gehört bekanntermaßen zu den primären Behandlungszielen von Intensivpatienten. In der täglichen Praxis wird eine enterale Ernährung in Bauchlage aus Angst vor Aspiration oft nicht durchgeführt. Fragestellung: In dieser Arbeit soll evaluiert werden, ob enterale Ernährung bei Intensivpatienten in Bauchlage sicher durchführbar ist und ob diese einen Einfluss auf das Outcome hat. Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Datenerhebung in der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf von Patienten, die aufgrund eines ARDS eine Bauchlagerung erhalten hatten. Es wurden demographische und intensivmedizinische Daten erhoben und statistisch ausgewertet. Ergebnisse: Zwischen November 2011 und Februar 2016 wurden insgesamt 216 Patienten identifiziert, die zur Therapie eines ARDS in Bauchlage überführt wurden. Der überwiegende Patientenanteil war männlichen Geschlechts (n=145, 67%), Das mediane Alter betrug 57 Jahre. Die mediane Intensiv-Verweildauer betrug 18 Tage. Im Mittel wurden 2 Bauchlagezyklen mit 16h Dauer durchgeführt. Alle 216 untersuchten Patienten hatten eine Ernährungssonde, in 94% der Fälle war dies eine nasogastrische Sonde. 138 (64%) Patienten wurden enteral ernährt. Eine prokinetische Therapie wurde bei 59 Patienten (27%) durchgeführt. Das mittlere gastrale Residualvolumen betrug 100 ml (0-1800 ml). Vomitus trat bei insgesamt 9 Patienten mit nasogastrischer Sonde auf, unabhängig von enteraler oder parenteraler Ernährung. 130 (60%) ARDS Patienten des Gesamtkollektivs verstarben im Beobachtungszeitraum. Enterale/parenterale Ernährung zeigte in der statistischen Analyse keinen Einfluss auf die Mortalität. Schlussfolgerung: Alle Patienten in Bauchlage sollten mit einer Ernährungssonde ausgestattet sein. Erbrechen tritt nur in seltensten Fällen auf. Ein negativer Einfluss enteraler Ernährung in Bauchlage wurde nicht nachgewiesen. Somit ist die enterale Ernährung in Bauchlage sicher durchführbar und führte nicht zu einer erhöhten Mortalität.
  • M. Gäbler
    P22 Endstage COPD - Wer entscheidet wie?
    Intensivmedizin
    Hintergrund: Die COPD ist die fünfthäufigste Todesursache in der EU. Geriatrische Endstage-COPD-Patienten mit akutem respiratorischem Versagen werden im Krankenhaus je nach Aufnahmeabteilung meistens von Intensivmedizinern, Internisten oder Pneumologen, aber auch von Geriatern und Palliativmedizinern, behandelt. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, ob die Abteilungszugehörigkeit des Behandlers die Therapiezielentscheidung beeinflusst. Methode: Es wurde eine Online-Querschnittsbefragung unter den Mitgliedern von vier österreichischen Fachgesellschaften (ÖGGG, ÖGIAIN, ÖGP, OPG) durchgeführt. Anhand einer Fallvignette eines geriatrischen End-Stage COPD-Patient mit akutem respiratorischem Versagen musste eine Entscheidung für eine nichtinvasive Beatmung (NIV), eine konservative oder eine palliative Therapie gefällt werden. Weiters wurden Fragen zur Wichtigkeit ethischer Kriterien und der Entscheidungspraxis gestellt. Die teilnehmenden Ärzte wurden entsprechend ihres Arbeitsbereiches in drei Gruppen eingeteilt (Geriater/Palliativmediziner, Pneumologen/Internisten, Intensivmediziner). Die statistische Auswertung erfolgte mittels Kontingenz-, Korrelations- und binär-logistischer Regressionsanalyse. 162 der 243 retournierten Fragebögen konnten in die Auswertung inkludiert werden. Ergebnisse: Die Teilnehmer entschieden sich in 23% für eine NIV, in 31% für eine konservative Therapie und in 46% für eine Palliativtherapie. Es zeigte sich ein signifikanter Unterschied in den Entscheidungen der drei befragten Gruppen (p=0,002). Geriatern/Palliativmediziner wählten vorwiegend eine Palliativtherapie (61%), Pneumologen/Internisten eine konservative Therapie (39%) und Intensivmediziner eine Palliativtherapie bzw. NIV (45% bzw. 33%). Ältere Ärzte entschieden sich eher gegen eine NIV (p=0,052). Schlussfolgerung: Für den einzelnen Patienten hängt die Art seiner Behandlung von dem Fachbereich seines behandelnden Arztes ab. Um diese Versorgungsunterschiede auszugleichen benötigt es organisatorische und fachliche Anstrengungen.
  • I. Schymura , M.L. Groß-Weißmann, G. Aßmann, S. Zewinger, P.M. Lepper, F.C. Trudzinski
    P23 Wach-ECMO bei fulminantem Verlauf eines Goodpasture-Syndroms
    Intensivmedizin
    Hintergrund: Beim Goodpasture-Syndrom bilden sich Autoantikörper gegen die glomeruläre Basalmembran. Aufgrund der Antigenverwandtschaft von glomerulärer und alveolärer Basalmembran findet sich häufig eine Lungenbeteiligung. Die klinische Symptomatik reicht von Blässe, Schwäche bis hin zu einer rasch progredienten Niereninsuffizienz und diffuser alveolärer Hämorrhagie (DAH) mit respiratorischem Versagen (1). Zur Behandlung von Patienten mit schwerer DAH an Extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) gibt es nur wenige Fallberichte(2). Fallbericht: Wir berichten über einen 19-jährigen Patienten der sich mit Dyspnoe, Hämoptysen, und Hämaturie am Universitätsklinikum des Saarlandes vorstellte. Labor chemisch zeigten sich erhöhte Infektparameter (Leukozyten 10.8/µL, CRP 93.6mg/L) und ein akutes Nierenversagen (Kreatinin 4.18mg/dL Harnstoff 159mg/dL). Radiologisch fielen bilaterale Infiltrate auf, in der durchgeführten HRCT zeigten sich ausgeprägte alveoläre Infiltrate und Milchglasverdichtungen. Bei Nachweis von sehr hochtitrigen Anti-GBM-AK (> 680 U/ml) war die Diagnose eines Goodpasture-Syndroms gesichert. Es wurde eine Kortisonstoßtherapie mit 1g Urbason eingeleitet und bei signifikanter Akanthozyturie eine Plasmapherese begonnen. Unter Fortführung der systemischen Steroidtherapie erfolgte die Einleitung einer Chemotherapie mit Cyclophosphamid. Im weiteren Verlauf verschlechterte sich die Oxygenierung unter 60L/min high-Flow Sauerstoff bei fortgesetzter alveolärer Blutung deutlich, sodass eine Intubation erforderlich wurde. Da allerdings unter maximaler Beatmung und optimalem PEEP nur ein Oxygenierungsindex von 60 mmHg erreicht werden konnte, wurde die Anlage einer veno-venösen ECMO mittels bicavaler Doppellumenkanüle erforderlich. Am Folgetag wurde der Patient komplikationslos an der Wach-ECMO extubiert. Unter Fortführung der Plasmapherese und bei respiratorischer Verbesserung gestaltete sich das ECMO-Weaning komplikationslos, sodass diese an Tag 12 entfernt werden konnte. Die Anti-GBM-AK-Titer fielen auf 60 U/ml an Tag 17 unter täglicher Plasmapherese. Schlussfolgerung: Bei Patienten mit schwerem ARDS infolge alveolärer Hämorrhagie bei Goodpasture-Syndrom ist eine Therapie mittels ECMO sinnvoll. Die komplexe Symptomatik erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pneumologie, Intensivmedizin, Rheumatologie und Nephrologie. Literatur: 1.De Groot K, Gross WL, Schnabel A. [Pulmonary renal syndrome]. Internist (Berl). 2003 Sep;44(9):1140-50. 2.Balke L, Both M, Arlt A, Rosenberg M, Bewig B. Severe adult respiratory distress syndrome from Goodpasture syndrome. Survival using extracorporeal membrane oxygenation. Am J Respir Crit Care Med. 2015 Jan 15;191(2):228-9. Korrespondenzadresse: Iris Schymura, Innere Medizin V Universitätskliniken des Saarlandes 66424 Homburg, Kirrbergerstrasse 1 E-Mail: Iris-jochum@web.de
  • J. Nentwich, D. Wichmann, S. Kluge, S. John
    P24 Bicarbonat-haltige Substitutionslösungen können die Effizienz von extrakorporaler CO2-Elimination in Kombination mit Nierenersatztherapie reduzieren
    Intensivmedizin
    Zielsetzung: Extrakorporale CO2-Elimination im Niedrigflussbereich auf der Basis und in Kombination mit Nierenersatztherapie wurde bereits mehrfach beschrieben [Forster et al, Allerdet-Servent et al]. Mit dem Prismalung™-System steht ein solches Verfahren auf einer etablierten Nierenersatzplattform kommerziell zur Verfügung. Hierbei kommen üblicherweise Bicarbonat-haltige Substitutionslösungen zum Einsatz. Deren Einfluss auf die extrakorporale CO2-Elimination wurde bisher nicht untersucht. Methode: Im Vorfeld einer Pilotstudie wurden 6 Patienten mit dem Prismalung™-System behandelt. Es wurden die Daten von 42 Messpunkten hinsichtlich CO2-Eliminationsleistung des Gesamtsystems (ECCO2R) und des Membranoxygenators in Abhängigkeit vom Säure-Basen-Status der Patienten ausgewertet. Ergebnisse und Diskussion: Es fand sich eine durchschnittliche Differenz (∆ECCO2R) zwischen der CO2-Eliminationsleistung des Gesamtsystems und der des Membranoxygenators von 2,1 ml/min (39,4±14,0 ml/min vs. 41,5±13,9 ml/min). Diese Differenz ging mit einer Zunahme des CO2-Gehalts im extrakorporalen Blut über den Hämofilter (∆CCO2) von durchschnittlich 7,8 ml/l einher. Im Extremfall betrugen ∆ECCO2R 12,6 ml/min und ∆CCO2 41,9 ml/l. Für beide Größen fand sich eine Korrelation mit dem aktuellen Säure-Basen-Status des Patienten (Abb.1 und Abb.2). Mit zunehmender metabolischer Azidose nahmen der Bicarbonat- und damit der CO2-Eintrag über den Hämofilter zu, in gleichem Maß nahm die CO2-Eliminationsleistung des Gesamtsystems ab. Schlussfolgerung: Bei extrakorporalen CO2-Eliminationsverfahren in Kombination mit Nierenersatztherapie und Verwendung Bicarbonat-haltiger Substitutionslösungen nimmt die CO2-Eliminationsleistung in Abhängigkeit vom Säure-Basen-Status um bis zu 17% ab. Bicarbonat-haltige Lösungen sind in diesem Zusammenhang möglicherweise ungünstig.
  • G. Schilcher, F. Eisner, T. Valentin, R. Krause, P. Eller
    P25 Candica albicans induced failure of extracorporeal membrane oxygenation: a case report
    Intensivmedizin
    Background: Candida species is among the leading causes of nosocomial bloodstream infections in critically ill patients. Previous studies have shown that patients with extracorporeal membrane oxygenation are at high risk for invasive candidiasis1-2. Case report: We present a case of a 58-year-old man who was admitted to the ICU with community-acquired pneumonia due to Legionella pneumophila, who was treated with moxifloxacin. Acute hypoxic respiratory failure necessitated intubation and controlled invasive mechanical ventilation. Nevertheless, paO2/FIO2 was 52-59mmHg. Therefore, we provided extracorporeal membrane oxygenation. After 11 days, the patient developed severe septic shock with necroses of several toes and digits on both hands. Multiple whitish spots appeared on the extracorporeal membrane oxygenator. In parallel, the inflow (arterial) line pressure of the membrane increased leading ultimately to cessation of extracorporeal circulation. The patient died on the same day. While no colonies were detected in the sample from the inflow line, a high load of Candida albicans (104 CFU/mL) was found in the outflow line of the membrane reintroducing oxygenated blood to the patient. This finding indicated not only colonization, but amplification of Candida albicans fungal burden in the extracorporeal membrane oxygenator. Confirming these results the histopathological examination of the extracorporeal membrane oxygenator showed a high amount of branching Candida hyphae with positive reaction in Periodic-acid Schiff staining. Discussion: Our case report highlights the risk of invasive candidiasis in patients treated with extracorporeal membrane oxygenation, and focuses on the intrinsic function of the extracorporeal membrane oxygenator as a reservoir and multiplier for nosocomial superinfection with Candida albicans, which was apparently shielded from reaction of the immune system by the polymethylpentene membrane. Conclusion: Candida albicans colonization of the extracorporeal membrane oxygenator is a rare but severe complication of treatment with extracorporeal membrane oxygenation. It can be fatal and must be immediately recognized and treated with intravenous antifungal drugs and prompt change of the extracorporeal membrane oxygenator. References: Kullberg BJ, Arendrup MC. Invasive Candidiasis. N Engl J Med 2015;373:1445-56. Aubron C et al. Infections acquired by adults who receive extracorporeal membrane oxygenation: risk factors and outcome. Infect Control Hosp Epidemiol 2013;34:24-30.
  • M. Feth, A. Kamp, F. Langer, H. Wilkens, R. Bals, P. M. Lepper, F. C. Trudzinski
    P26 Extrakorporale Membranoxygenierung als Überbrückungsverfahren zur Lungentransplantation bei Mukoviszidosepatienten
    Intensivmedizin
    Hintergrund: Die Prognose von Patienten mit Cystischer Fibrose (CF) und akutem respiratorischem Versagen ist eingeschränkt. Es gibt wenige Daten zum Einsatz der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO). Wir analysierten alle CF-Patienten, die in unserem Zentrum mittels ECMO behandelt wurden. Methoden: Retrospektive Analyse des Einsatzes der ECMO bei 20 Patienten mit CF, die von 12/2012 bis 07/2016 am Universitätsklinikum des Saarlandes therapiert wurden. Ergebnisse: Alle Patienten (Alter 29.1 Jahre ±10.6; 6 männliche Patienten) erhielten primär eine vv-ECMO. In 2 Fällen war bei progredientem Kreislaufversagen die Anlage einer Vva-ECMO erfolgt. Die Übernahme auf unsere Intensivstation erfolgte in 17 Fällen (85%) aufgrund eines schweren respiratorischen Versagens, in 3 Fällen aufgrund einer chronischen Allograftdysfunktion nach vorheriger Lungentransplantation.17 Patienten waren zur Transplantation gelistet (3 x HU; 14 x LAS: 91.0 ±4.4; 6 x „salvage transplant“). Im Verlauf konnten 8 Patienten (40%) einer Lungentransplantation zugeführt werden, wovon 3 Patienten (15%) eine Re-Transplantation erhielten. Die mittlere ECMO-Therapie-Dauer dieser Patienten betrug 30.8 ±13 Tage. 9 Patienten (45 %) starben vor der Möglichkeit einer Lungentransplantation. 3 Patienten (15%) konnten ohne Lungentransplantation von ECMO und invasiver Beatmung entwöhnt werden. Diskussion: Die Mortalität auf der Warteliste ist trotz hoher LAS-Punkte hoch. bei potentiellen Transplantkandidaten sollte eine frühzeitige Verlegung in ein Transplantationszentrum erwogen werden. In seltenen Fällen ist eine Erholung und Entwöhnung von ECMO möglich.
  • F.C. Trudzinski, U. Schlotthauer, A. Kamp, P.M. Lepper, S.L. Becker
    P27 Nachweis von Mycobacterium chimaera in Temperaturregulierungsgeräten der extrakorporalen Membranoxygenierung
    Intensivmedizin
    Hintergrund: Temperaturregulierungsgeräte (Heater-Cooler Units, HCUs), welche bei herzchirurgischen Operationen eingesetzt werden, sind regelhaft mit Mycobacterium chimaera, einem atypischen Mykobakterium aus dem M. avium complex (MAC), kontaminiert. M.chimaera kann via Aerosolbildung intraoperativ übertragen werden und neben Endokarditiden disseminierte Infektionen mit ungünstiger Prognose verursachen. HCUs kommen auch bei der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) zum Einsatz, jedoch wurde bisher nicht untersucht, ob M. chimaera auch in diesen HCUs nachgewiesen werden kann und für die mittels ECMO behandelten Patienten potentiell ein Risiko darstellt. Material und Methoden: Auf der pneumologischen Intensivstation am Universitätsklinikum des Saarlandes wurden Wasserproben von zur ECMO eingesetzten HCUs auf das Vorhandensein von Mykobakterien untersucht (MGIT-Flüssigkultur, Middlebrook 7H11-Agar, GenoType PCR, 16S-rDNA-Sequenzierung). Zusätzlich erfolgten mikrobiologische Luftkeimmessungen in der umgebenden Raumluft (100 l/min, MBASS30-System) sowie eine Untersuchung der Wasserquelle, aus der die Systeme befüllt werden. Retrospektiv wurden alle mittels ECMO behandelte Patienten über einen 6-jährigen Zeitraum (2010-2016) auf potentielle Infektionen durch M. chimaera untersucht, die während oder nach der ECMO-Therapie aufgetreten waren. Ergebnisse: In 50% (9/18) der untersuchten Wasserproben aus zur ECMO eingesetzten HCUs konnte M. chimaera nachgewiesen werden. Die Untersuchungen der Wasserquelle sowie die aktive Luftkeimsammlung in der die HCUs umgebenden Raumluft blieben ohne mykobakteriellen Erregernachweis. Im Untersuchungszeitraum wurden insgesamt 118 Patienten mittels ECMO behandelt. Die mittlere Dauer der extrakorporalen Unterstützung lag bei 20.2 ± 46.6 Tagen. Eine spezifische Erregerdiagnostik erfolgte in 76 Fällen (64%), und bei drei Patienten konnte M. chimaera in Bronchialaspiraten identifiziert werden, jedoch bestanden bei diesen klinisch keine Zeichen einer mykobakteriellen Infektion. Diskussion: M. chimaera kann regelhaft in ECMO-Temperaturregulierungsgeräten nachgewiesen werden. Da die mittels ECMO behandelten Patienten aufgrund häufig vorliegender struktureller Lungenerkrankungen oder dauerhafter Immunsuppression bei Lungentransplantationskandidaten ein besonders vulnerables Patientenkollektiv darstellen, sind weitere Untersuchungen notwendig, um die klinische Relevanz einzuschätzen und eine potentielle Gefährdung der Patienten zu minimieren. Korrespondenzadresse: Dr. Franziska Trudzinski Innere Medizin V, Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin, Universitätskliniken des Saarlandes Kirbergerstrasse 1 66424 Homburg Franziska.trudzinski@uks.eu
  • M. Bedersdorfer, F. Seiler, P. Lepper, F. Trudzinski
    P28 Erworbene Gerinnungsstörungen bei extrakorporaler Lungenunterstützung: Vergleich zwischen avECCO2R, vvECCO2R und vvECMO
    Intensivmedizin
    Zielsetzung: Blutungen, die Transfusionen erfordern, sind eine Hauptkomplikation extrakorporaler Lungenersatztherapien. Bisher gibt es nur wenige Daten bezüglich des Vergleiches der Blutgerinnung bei unterschiedlichen extrakorporalen Lungenersatzverfahren. Ziel dieser Studie ist ein Vergleich der Auswirkungen auf das Gerinnungssystem während der Therapie mit avECCO2R (pumpenlos), vvECCO2R und vvECMO (beide pumpengetrieben). Methoden: Die vorliegenden Daten stammen aus einer retrospektiven Single-Center-Studie. Eingeschlossen wurden alle erwachsenen Patienten, die zwischen Januar 2005 und Mai 2016 an einem der oben genannten Systeme behandelt wurden. Quick, INR, PTT, D-Dimere, Fibrinogen, Antithrombin III, Hb, Thrombozyten, Bilirubin und LDH vor Anlage des Systems und innerhalb der ersten 8 Tage wurden analysiert. Hier aufgeführt sind jeweils die Vorwerte und die Werte an Tag 5. Ergebnisse und Diskussion: 146 Patienten wurden untersucht (29 avECCO2R, 23 vvECCO2R und 94 vvECMO; mittleres Alter 50,6 ± 16,4 Jahre, 86 männlich (59,7%)). Dabei stieg die Anzahl der Patienten ab dem Jahr 2012 signifikant an. Die initialen Blutflüsse waren 1,53 ± 1,3 L/min in der avECCO2R-Gruppe, 1,30 ± 0,4 L/min in der vvECCO2R-Gruppe und 3,42 ± 1 L/min in der ECMO-Gruppe. Die Thrombozyten fielen von Tag 1 zu Tag 5; von 204,9 ± 89,2 auf 157,3 ± 80,8/nL in der avECCO2R-Gruppe von 253,2 ± 103 auf 132,9 ± 55,8 /nL; in der vvECCO2-Gruppe und von 229,7 ± 123,1 auf 121 ± 65,3/nL in der vvECMO Gruppe. Fibrinogen fiel innerhalb der ersten fünf Tage von 670.3 ± 313,5 auf 439,3 ± 215 in der avECCO2-Gruppe, von 536,4 ± 169,7 auf 375,8 ± 111,9 in der vvECCO2-Gruppe und von 520 ± 212,9 auf 404,5 ± 154,5 mg/dL in der vvECMO-Gruppe. Schlussfolgerung: Alle drei untersuchten Systeme zur ECLS haben eine signifikante Auswirkung auf die hier genannten Gerinnungsparameter. Die Thrombozyten fielen insgesamt bei pumpengetriebenen Systemen stärker ab.
  • A. Kamp, F. C. Trudzinski, F. Seiler, C. Metz, S. Hörsch, R. Bals, P.M. Lepper
    P29 Extracorporale CO2-Entfernung als neue Strategie im erschwerten Weaning
    Intensivmedizin
    Hintergund: Frühzeitige Reduktion der Sedierung und Spontanatmung sind essentiell für ein erfolgreiches Beatmungsweaning und verringern Komplikationen wie beatmungsassoziierte Infektionen, Delire, Polymyopathie- und Polyneuropathie. Bei Patienten mit Lungenemphysem beobachten wir nach Reduktion der Sedierung Probleme wie Atemwegsobstruktion, hohe Atemfrequenzen und Asynchronie von Patient und Ventilator, was zu Hyperkapnie und respiratorischer Azidose unter invasiver Beatmung führt. Um eine prolongierte tiefe Sedierung zu vermeiden bedarf es daher neuer Strategien für diese Patienten. Fallbericht: Wir berichten zwei Fälle weiblicher Patienten mit ausgeprägtem Lungenemphysem, in einem Fall bedingt durch einen Alpha-1-Antitrypsinmangel. Eine Patientin war intubiert und die andere tracheotomiert. Nach Reduktion der Sedierung entwickelten beide eine Hyperkapnie in Folge ineffektiver invasiver Beatmung. Bei den Patientinnen etablierten wir eine Homburger Lunge1 zur extracorporalen CO2-Entfernung (ECCO2R). In der Folge konnten wir die Sedierung ohne respiratorische Komplikationen rasch ausschleichen. Die intubierte COPD Patientin wurde extubiert, in der Folge jedoch im Rahmen eines hyperkinetischen Delires reintubiert und frühelektiv tracheotomiert. Die ECCO2R wurde beendet, sobald die Patientinnen sowohl wach als auch neurologisch adäquat waren und eine effektive Decarboxylierung in einem assistierten Spontanatmungsmodus gewährleistet war. Diskussion: Durch die Etablierung der ECCO2R konnten die Hyperkapnie und die respiratorische Azidose reduziert werden, was zu einem geringeren Atemantrieb und weniger respiratorischem Stress führte. Zur Anwendung von ECCO2R im Weaning von COPD wurde von Abrams et al.2 eine Fallserie beschrieben, welche sich jedoch nicht mit Patienten mit erschwerter invasiver Beatmung beschäftigt. Schlussfolgerung: ECCO2R kann als zusätzliche Strategie für Patienten die unter Reduktion der Sedierung eine erschwerte, ineffektive invasive Beamtung entwickeln gesehen werden. Durch ihren Einsatz könnten längere Sedierungszeiten und die damit verbundenen Komplikationen vermieden werden. Literatur: Seiler F. et al. The Homburg lung - efficacy and safety of a minimal-invasive pump-driven device for veno-venous extracorporeal carbon dioxide removal. ASAIO J. 2017 Jan 19. (Epub ahead of print) Abrams D.C. et al. Pilot study of extracorporeal carbon dioxide removal to facilitate extubation and ambulation in exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease. Ann Am Thorac Soc. 2013 Aug;10(4):307-14
  • D. Staudacher, D. Dürschmied, E. Graf, M. Chiabudini, C. Benk, C. Bode, T. Wengenmayer
    P30 Development and external validation of a prognostic model for hospital survival in patients on venoarterial extracorporeal membrane oxygenation therapy using point of care biomarkers - The PREDICT VA-ECMO score
    Intensivmedizin
    Background/Introduction: Venoarterial extracorporeal membrane oxygenation (VA-ECMO) therapy is increasingly used for patients in cardiogenic shock or patients under ongoing resuscitation (eCPR). Several scoring systems have been introduced for prognostication before implantation. Static scores are helpful in order to decide if implantation of VA-ECMO is reasonable in a given patient collective, but offer little guidance once VA-ECMO is implanted. Objective: To develop and validate a prognostic model for patients on VA-ECMO for cardiogenic shock as well as eCPR. The prognostic mode should be fast and parameters evaluated easy to obtain. Methods: Derivation cohort was derived from all patients undergoing VA-ECMO implantation at a single tertiary referral hospital between 10/2010 and 11/2015 by a retrospective registry analysis. Two prediction models were obtained using an elastic net approach due to its predictive power in the presence of weak, correlated predictors and variable selection properties. Validation cohort derived from a prospective VA-ECMO registry from an independent tertiary referral hospital considering implantations between 02/2010 and 01/2017. Results: A total of 205 patients (age 58.8 ± 15.4 years, 27.8% female, 29.3% survival) could be included in the study. 104 patients (50.7%) were cannulated during eCPR. At time of VA-ECMO implantation, the area under the roc curve (AUC) of the SAVE score for hospital survival was 0.686. SAPS II (AUC 0.679), SOFA (0.732) and APACHE (0.662) score performed comparably. Comparing survivors to non-survivors, lactate, pH and standard bicarbonate concentration at 1, 6 and 12 hours after implantations were highly significantly different between the groups (all p<0.0001). We derived two PREDICT VA-ECMO scores for hospital survival using point of care biomarkers from 187 (6h data) and 170 (1h, 6h and 12h data) patients, respectively. The PREDICT VA-ECMO score showed a-cross-validated AUC of 0.830 in the derivation cohort. In the validation cohort, the AUC was 0.718 (95%CI 0.653-0.784) in 231 patients surviving for at least 6 hours and 0.735 (95%CI 0.653-0.818) in 139 patients surviving for at least 12 hours. Conclusion(s): In VA-ECMO patients, a dynamic scoring system using only 3 point of care biomarkers predict outcome with high reliability. Address for correspondence Tobias Wengenmayer Department of Cardiology and Angiology I, Heart Center Freiburg University, Hugstetterstrasse 55, 79106 Freiburg, Germany telephone +49 (0) 761 270 34010 fax +49 (0) 761 270 34412 e-mail tobias.wengenmayer@uniklinik-freiburg.de